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Warum Gott ungezügelte Offenheit verbietet

Die spirituelle Gefahr, in schlechter Gesellschaft zu bleiben, ist ein wiederkehrendes Thema in der Heiligen Schrift und in den Schriften der heiligen Väter. Der Herr sagt, wir brauchen Wachsamkeit, keine Offenheit . . .

Eine Grundannahme unseres modernen Diskurses ist, dass Dialog, Offenheit und ein freier Gedankenaustausch wesentliche Güter sind, ohne Einschränkung oder Qualifikation.

Engstirnigkeit ist eine der Hauptsünden in diesem Milieu, und jeder Hinweis erfordert eine rasche Korrektur durch die entsprechenden Torwächter. Sie finden diese Grundannahme sogar in der christlichen Hochschulbildung und bei Schriftstellern, die danach streben, als „erleuchtet“ angesehen zu werden oder sich zumindest als solche zu betrachten.

Sie finden dieses Prinzip, das zum Beispiel den Aufruf an Christen untermauert, die Natur homosexueller Beziehungen neu zu bewerten, wobei das Prinzip des „Zuhörens der Geschichten des anderen“ im Mittelpunkt steht und das Hören auf Gott ersetzt.

Sie finden es auch in dem Aufruf von verschiedenen Seiten an orthodoxe Christen, eine ökumenische Haltung von endloser „Offenheit“ beizubehalten - obwohl der heilige Paulus ziemlich nachdrücklich feststellt: „Wenn du einen Sektierer einmal und ein zweites Mal ermahnt hast, so meide ihn. Du weißt, ein solcher Mensch ist auf den verkehrten Weg; er sündigt und spricht sich selbst das Urteil“ (Titus 3:11). Helen Andrews widersetzte sich hiergegen mehrmals in ihrem Engagement gegen die Anti-Zenzur-Absolutisten.

Wie ich bereits angedeutet habe, kann dieses Prinzip aus christlicher Sicht nicht die geringste Prüfung aushalten.

Der Prophet Jesaja sagt uns, dass „Wer rechtschaffen lebt und immer die Wahrheit sagt“, auch derjenige ist, der „sein Ohr verstopft, um keinen Mordplan zu hören, und die Augen schließt, um nichts Böses zu hören“ (Jes. 33: 15). In der Weisheit von Sirach wird uns gesagt, wir sollen „uns die Ohren mit Dornen absichern, um keine böse Zunge zu hören“ (Sir 28:24). Auf dem Weg zum Neuen Testament warnt der heilige Paulus: „Laßt euch nicht irreführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ (1. Korinther 15:33). Wenn er sich an die Kirche in Thessaloniki wendet, ermahnt er, „Brüder: haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt “ (2. Thess. 3: 6). In seinem Brief an die Galater lädt er uns ein, jeden als verflucht (ανάθεμα) zu behandeln, der ein Evangelium predigt, das dem der Apostel widerspricht (Gal. 1: 8).

Es ist unnötig zu erwähnen, dass jemand, der ungezügelte Offenheit für seltsame oder schlechte Ideen und Gespräche hat, selbst sehr harte Grenzen hat.

Der patristische Zeuge folgt der Schrift. Über die ketzerischen Novaten (ca. 3. Jahrhundert) schreibt der heilige Kyprian von Karthago:

Vermeiden Sie, ich bitte Sie, Männer dieser Art, und halten Sie sich von Ihrer Flanke und von Ihren Ohren fern, da Sie mit einem ansteckenden Tod in Kontakt kommen würden. [1. Über die Kirche: Ausgewählte Abhandlungen, S. 170]

Ein Jahrtausend später schlägt Markus von Ephesus eine ähnliche Ton:

Wie sollen wir jene gemäßigten griechisch-lateinischen Bürger betrachten, die unter Wahrung eines Mittelweges einige der lateinischen Riten und Dogmen offen bevorzugen - andere bevorzugen, aber nicht akzeptieren wollen - und andere völlig missbilligen? Man muss vor ihnen fliehen, wie man vor einer Schlange flieht, wie vor den Lateinern selbst, oder vielleicht vor denen, die noch schlimmer sind als sie - wie vor Käufern und Verkäufern Christi. [2. Der Enzyklika-Brief des hl. Markus von Ephesus]

Wenn man sich der Klosterliteratur der Kirche zuwendet, sieht man das die spirituelle Gefahr darin besteht, in schlechte Gesellschaft zu verkehren. Es ist ein wiederkehrendes und allgemeines Thema. In der Tat war der Beginn und Aufstieg des Mönchtums selbst weitgehend vom Eifer derer getrieben, die vor dem korrumpierenden Einfluss eines kompromittierten und weltlichen Christentums fliehen wollten. [3. Benedicta Ward, The Desert Fathers: Sayings of the Early Christian Monks, pp. 8–10]

Nichts soll das Gute des Dialogs und einen offenen Gedankenaustausch leugnen — zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

Die Alten, Heiden ebenso wie Christen, verstanden den Wert von Dialog und Diskurs, aber sie verstanden auch ihre Grenzen. Dialog, Diskurs und Offenheit für verschiedene Perspektiven waren kein Selbstzweck - wie sie geworden sind -, sondern ein Mittel, um sich der Wahrheit zu nähern und sie zu erkennen. Ähnlich wie sie es mit „Freiheit“ getan hat, hat die moderne Welt eine gute Sache genommen und sie schrecklich verzerrt, indem sie versucht hat, sie in eine absolute zu verwandeln.

Christen müssen wachsam sein, wenn es darum geht, den Geist Gottes von dem Geist dieses Zeitalters zu unterscheiden, der vergeht (vgl. 1 Kor 2,12; 7,31). Wir dürfen unsere vererbten Standardannahmen nicht als normativ für das Christentum betrachten, da sie völlig dagegen sein könnten. Wir müssen uns an die Heiligen Schriften und Konzile wenden, an die Heiligen Väter und unsere Väter im Glauben und letztendlich an Christus selbst im Geist des Gebets, der Demut und des Gehorsams. Hier muss alles bewertet und gemessen werden.

Wie es oft der Fall ist, wird das, was „den Weisen, dem Schriftgelehrter, dem Wortführer dieser Welt“ so klar ist, nämlich “die Weisheit der Welt”, in der Kirche, deren Haupt „töricht gemacht“, und ganz anders gesehen, wenn nicht sogar widersprochen (1 Kor 1:20).

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